Nur Mut…

Es waren einmal 2 Samen, die in der Erde schlummerten.

Der eine sprach, ich will wachsen, will meine Triebe durch die Erde stoßen und mich der Sonne entgegen recken. Ich will wissen, wie es ist, den Wind und den Regen auf meinen Blättern zu spüren. Ich will im Sonnenschein Blüten entfalten und mit meinem Duft bunte Schmetterlinge anlocken.

Gesagt, getan, der Samen wuchs zu einer wunderschönen Blume heran und erfreute sich jeden Tag aufs neue an Sonne, Wind und Regen. Die Blume lockte mit ihrem Blütenduft wunderschöne Schmetterlinge an. Und auch wenn manchmal eine Raupe an ihren Blättern nagte, lies sich die Blume den Tag nicht vermiesen. Einmal durfte sie sogar beobachten, wie ein Tagpfauenauge aus seiner Puppe schlüpfte und in den ersten Morgensonnenstrahlen seine Flügel entfaltete. Atemberaubend schön.

Der zweite Samen sprach: Ich habe Angst. Ich könnte mir die zarten Triebe an der schroffen Erde verletzen. Wind und Regen könnten mir die Blätter zerreißen. Oder die Raupen fressen sie auf. Vielleicht kommt sogar ein Kind vorbei, das meine schöne Blüte einfach abreißt. Nein, ich bleibe lieber noch etwas hier in der Dunkelheit, hier bin ich sicher.

Da kam ein Huhn, scharrte in der Erde, fand den Samen und fraß ihn auf.

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