Spürst du Sicherheit und Freiheit in deinem Körper?

Meine Reise mit Jahara begann vor 14 Jahren. Ich war gerade im magischen Alter von 35 Jahren und besuchte einen Lebenshilfe Kurs in der Toskana Therme in Bad Sulza.

Kursleiter waren damals Markus und Elke. Sie waren gerade frisch gebackene Jahara Specialists und die Funken der Jahara Leidenschaft brannten in ihren Augen.

Schon bei den ersten Übungen, nachdem uns Elke und Markus gezeigt hatten, wie man die Halswirbelsäule gut mit dem TCS unterstützt, fühlte ich mich im Wasser wie neugeboren. Eine bis dahin ungekannte Sicherheit breitete sich in meinem Körper aus und ich fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben sicher und frei zugleich.

Bis zu diesem Tag war Sicherheit in meinem Leben immer an irgendeine Bedingung geknüpft gewesen: artig sein, die Regeln einhalten, das Zimmer nicht verlassen… Oder an eine Person, deren Liebe ich verlieren konnte, wenn ich mich nicht richtig verhielt. Oder an einen Moment, von dem ich nicht wusste wann er aufhört. Sicherheit war also eher eine Illusion als eine Wirklichkeit gewesen, aber an diesem Tag konnte ich sie in meinem Körper spüren.

Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.  Noch heute rufe ich mir manchmal diesen Moment des Heilseins in mein Gedächtnis zurück. Dann höre ich das Plätschern des Wassers. Ich fühle seine Wärme auf meiner Haut und Hände die mich sicher im Wasser halten. Ich spüre wie die Strömung meinen Körper streichelt. Sonnenstrahlen, die durch die großen Fenster der Therme fallen, liebkosen mein Gesicht. Ich atme tief und gleichmäßig ein und aus. Ich schwebe dahin wie in einer großen Fruchtblase. Alles ist sehr friedlich und doch fühlt sich mein Körper sehr lebendig an: Pulsieren, Kribbeln, Strömen überall. Das Blut in meinen Adern, die Luft in meinen Lungen, Gedanken, Gefühle – alles fließt. Ich bin ganz in mir geborgen und doch verbunden mit allem um mich herum. Und aus dieser Sicherheit heraus entsteht unbeschreibliche Freiheit. Alles ist möglich, alles darf sein, nichts muss. Ein magischer Moment, den ich jedem Menschen mindestens einmal im Leben wünsche. Denn unser Körper, unsere Seele warten darauf. Sie sehnen sich nach dieser Freiheit, die aus einer Sicherheit des Nervensystems geboren wird. Und wer diese Freiheit einmal erlebt hat, der vergisst sie nicht wieder.

Köper erinnern sich an alles was uns widerfahren ist, jede Enge, jede Angst, jeder Schmerz. Schon im Mutterleib ist diese Körpergedächtnis aktiv. Zu einem Zeitpunkt, an dem wir lange noch nicht denken können. Aber zum Glück haben unsere Zellen auch ein Gedächtnis für die Erfahrungen von Weite, Gehaltensein und Geborgenheit. Das Schaukeln in der Fruchtblase, wenn die Mutter einen Spaziergang macht. Ihr Herzschlag und ihre sanfte Stimme. Vielleicht war es diese Erfahrung, die in meinem Körper wieder lebendig wurde, als ich das erste Mal im Wasser dahinschwebte? Vielleicht war es doch nicht das erste Mal im Leben? Ich hatte nur keine bewusste Erinnerung daran?

Unser Körpergedächtnis hat noch eine wunderbare Eigenschaft, es kann überschrieben werden. Mangelnde Erfahrungen von Wärme, sicherem Gehaltensein und nährendem Körperkontakt können nachgeholt werden. Unser Körper lechzt förmlich danach, neue angenehme Körperwahrnehmungen zu integrieren. Das Gefühl von Weite in einem sicheren Raum zu erleben und im Körper zu verankern.

Doch wie entsteht so ein sicherer Raum in dir? Das ist nicht einfach, gerade wenn unser Körpergedächtnis gefüllt ist mit Erfahrungen von Mangel, Schmerz oder sogar Missbrauch. Gerade in diesen Zeiten, in denen die Angst einen immer mal wieder kalt erwischt. Dann ist es gut, einen Menschen an seiner Seite zu haben, dem man vertraut. Ein Mensch, der gut in seinem eigenen Körper verankert ist und daher Sicherheit ausstrahlt. Wir Menschen sind von der Biologie her Herdentiere. Und die Nervensysteme von Herdentieren stecken sich gegenseitig an. Mit Flucht, Kampf und Erstarrung, aber auch mit Sicherheit.

Die Berührung eines Menschen, dem du vertraust, kann daher sehr heilsam sein. Wichtig ist dass dein Partner sich gerade selbst wohl fühlt in seiner Haut. Und dass er dich berühren kann, ohne etwas von dir oder von sich zu erwarten. Dass er einfach da ist ohne etwas zu wollen. Neugierig, behutsam, kraftvoll. Vertraue deinem Instinkt, wo am Körper du die Hand spüren möchtest. Unterstützend auf den Schultern oder auf dem unteren Rücken? Streichend auf deinen Armen? Haltend an deinen Füßen? Schützend auf deinem Kopf? Den Atem spürend auf deinem Bauch? Ganz egal, du entscheidest was deinem Körper gut tut. Wo, wie lange und wie intensiv die Berührung sein soll. Vielleicht gelingt es dir dabei deine Atmung zu der Körperregion hinzuschicken, die gerade berührt wird. Damit lenkst du deine Aufmerksamkeit und deine heilende Energie dorthin. Leider gibt es das Schulfach Selbstheilungskräfte noch nicht, aber das würde ich mehr sehr für unsere Kinder und Enkelkinder wünschen.

Aber auch wenn du allein bist kannst du ein Stück mehr Sicherheit in deinem Nervensystem verankern. Gönne dir dafür 10 Minuten ungestörte Zeit. Setze oder lege dich hin und spüre in deinen Körper hinein, so als ob ein Scanner von deinen Füßen bis zum Kopf hindurch läuft. Wo spürst du Schmerzen? Wo ein Kribbeln, ein Pulsieren oder etwas ähnliches? Wo spürst du gar nichts? Und welche Stelle an deinem Körper fühlt sich in diesem Moment am sichersten an? Was genau spürst du dort? Wenn du eine sichere Körperregion gefunden hast (es gibt immer eine und wenn es nur das Ohrläppchen ist), dann schicke deine Atmung dorthin und verbinde dich damit. Vielleicht magst du auch deine Hand wenn es möglich ist darauf legen.

Wer jetzt Lust bekommen hat das auszuprobieren, dem wünsche ich viel Freude und die Neugier eines Kindes! Und wem das Stillsitzen oder Liegen gar nicht gelingen will oder wer das Gedankenkarussell gar nicht stoppen kann, da habe ich noch einen heißen Tipp: Lege eine lebendige Lieblingsmusik ein, drehe so laut wie möglich auf und schüttle dich dazu. Einen ganzen Titel lang. Oder zwei. Wer mag, kann auch tanzen. Und danach probiere es noch einmal mit der Stille.

Ich wünsche euch für die kommenden Wochen ein wachsendes Gefühl von Sicherheit und Freiheit in eurem Körper. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt.

Und an dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an Elke und Markus, die mir diese erste Erfahrung und damit eine völlig neue Welt eröffnet haben. Und an Silvio, der diesen Weg ein Stück mit mir gegangen ist.

Falls ihr Lust darauf habt, solche Körpererfahrungen mal in einer kleinen Gruppe von maximal 14 Menschen zu erleben, der kann sich gerne für den nächsten Körperarbeit Kurs am 13. Juni in Berlin anmelden. Es ist der erste Kurs, den ich gemeinsam mit meiner Tochter Alice gebe. Im magischen Alter von 49 Jahren lade ich wieder neue Erfahrungen in mein Leben ein. Wir sind im Moment voller guter Hoffnung, dass der Kurs auch stattfinden kann. Falls nicht, verschieben wir ihn auf den Herbst.

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