Die Jahara Wasserarbeit wurde von Mario Jahara, einem bekannten Zen Shiatsu Lehrer aus Brasilien entwickelt. Sie beruht auf sehr einfachen Schlüsselkonzepten, welche dieser erstaunlichen Technik eine Seele geben.

Das Konzept Unterstützung – Freiheit durch Gehalten-sein erleben

Die Unterstützung des Gebenden an den richtigen Stellen des Körpers vermittelt beim Schweben im Wasser ein Gefühl von sicherem Gehalten-sein. Gleichzeitig engt er die Bewegungen des Nehmenden nicht ein, sodass sich gleichzeitig ein Gefühl von Freiheit einstellen kann.

Dabei unterstützt der Gebende besonders den Kopf und die sensible Halswirbelsäule des Nehmenden. Eine Schwimmhilfe unter den Beinen gibt zusätzlichen Halt ohne einzuengen. Sie hält die Knie gebeugt und lässt das Becken tief sinken, sodass eine besonders rückenschonende Haltung ensteht. Außerdem nutzt der Gebende die tragende Kraft des Wassers selbst, um dem Nehmenden Sicherheit zu vermitteln.

Dabei passt sich der Jahara Praktizierende an die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Klienten an.  Manche Nehmenden benötigen kontinuierliche  Unterstützung und viel Nähe, um entspannen zu können. Andere benötigen genügend Freiraum und weitläufige Bewegungen, die ihnen das Gefühl geben zu schweben. Eine gute Unterstützung lädt den Nehmenden dazu ein, zu vertrauen und Widerstände loszulassen, um den eigenen Körper im freien Raum neu zu erforschen.

Unterstützung entsteht also immer aus der Balance zwischen der Präsenz und Feingefühl des Jahara Praktizierenden, zwischen Halten und Loslassen, zwischen Freiheit und Gehalten sein.

Das Konzept Anpassung – die Methode passt sich an den Klienten an

Jede einzelne Bewegung während einer Jahara Behandlung ist eine Einladung des Jahara Praktizierenden. Er bietet dem Nehmenden die Möglichkeit, sein persönliches Erleben und seine Bewegungsmöglichkeiten zu erweitern. Dabei entscheidet der Körper des Nehmenden, ob er sich auf ein solches Angebot einlässt und welche Erfahrungen er machen möchte.

Sich während der gesamten Behandlung immer wieder an die Bedürfnisse des Klienten anzupassen, erfordert vom Gebenden sehr viel Feingefühl und ein respektvolles Vorgehen. Er „liest“ den Körper des Nehmenden und wählt die für ihn passende Bewegung aus. Dabei erlaubt ihm die Jahara Technik kreativ zu sein und bei Bedarf seine Strategie immer wieder zu wechseln. So findet er heraus, welche Bewegungen in welcher Abfolge in der aktuellen Situation für die jeweilige Person am wirkungsvollsten sind.

Es entsteht ein Dialog zwischen der Person die im Wasser schwebt und derjenigen, die sie dabei unterstützt und führt. Und wie bei jedem echten Dialog sind die Möglichkeiten unbegrenzt.

Das Konzept Ausdehnung – Weite im Körper schaffen

Im Gegensatz zum bekannten Begriff Dehnung, welche immer auf eine bestimmte Muskelgruppe zielt, richtet sich die Ausdehnung im Jahara an den gesamten Körper. Eine sanfte, aber kontinuierliche Zugspannung vom Kopf bis zu den Füßen während der gesamten Behandlung schafft neuen Raum in den Zwischenwirbelscheiben und in den Gelenken des Körpers. Zusätzlich lässt das Gefühl, vom Wasser sanft umhüllt und aufgenommen zu sein, Grenzen zerfließen und Weite entstehen.

Dabei lenkt der Jahara Praktizierende seine Aufmerksamkeit zunächst auf die Ausdehnung seines eigenen Körpers, indem er seine eigene Körperhaltung während der gesamten Behandlung  überprüft und seine Wirbelsäule immer wieder neu ausrichtet. Diese besondere Art der Aufmerksamkeit öffnet einen Raum für den Empfangenden, in dem dieser sich ebenfalls neu ausrichten und entfalten kann.

Das Konzept der Leichtigkeit – die Kraft der Sanftheit nutzen

Der Jahara Praktizierende nutzt den Wasserwiderstand und dessen Fließeigenschaften, um sich selbst anstrengungslos im Wasser zu bewegen. Das Jahara Bewegungsmuster erlaubt ihm, sanfte Kreise im Wasser zu ziehen und dabei mit seiner Aufmerksamkeit im eigenen Körper zu bleiben.

Er nutzt die sanfte Kraft des Wassers, welches jeden Körpertyp aufnimmt und trägt. Er akzeptiert Widerstände beim Nehmenden und begegnet diesen ohne Druck, mit tiefen Atemzügen und einem offenen Geist.  Mögliche Bewegungseinschränkungen des Klienten gleicht er mit sanften, langsamen Bewegungen aus. Dadurch entsteht für beide ein Gefühl von Leichtigkeit.

Das Konzept Unsichtbarkeit –  einfach da sein, ohne sich wichtig zu nehmen

Das Besondere einer Jahara Behandlung besteht darin, alle Bewegungen so natürlich fließen zu lassen, dass es für den Klienten unwichtig wird, wo genau sich der Praktizierende befindet.  Seine Unterstützung und die kontinuierliche Zugspannung  sind so selbstverständlich vorhanden, dass der Nehmende nicht mehr darauf achten muss. Auf diese Weise werden der Körper des Gebenden und die Schwimmhilfe unter den Beinen „unsichtbar“. Die Aufmerksamkeit des Nehmenden ist im eigenen Körper, er fühlt sich mit dem Wasser verbunden.

Diese Form der Unsichtbarkeit setzt voraus, dass der Praktizierende  sein eigenes Ego in den Hintergrund stellen kann, er verzichtet darauf wichtig zu sein und ist einfach da.

Konzepte Wasserarbeit